Schnitzler, Arthur: Traumnovelle. Textausgabe mit Kommentar und Materialien (Reclam XL EPUB)

Schnitzler, Arthur: Traumnovelle. Textausgabe mit Kommentar und Materialien
(E-Book im EPUB-Format)

Reclam XL – Text und Kontext
Hrsg.: Wolf, Sabine
9 Abb.
EPUB (mit unsichtbarem Wasserzeichen geschützt).
Für PC/Mac/E-Reader/Tablet.
ISBN: 978-3-15-960178-6

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Klassenlektüre und Textarbeit einfach gemacht: Die Reihe »Reclam XL – Text und Kontext« erfüllt alle Anforderungen an Schullektüre und Bedürfnisse des Deutschunterrichts:
* Schwierige Wörter werden erklärt, ausführlichere Wort- und Sacherläuterungen stehen im Anhang.
* Zusatz-Materialien im Anhang erleichtern das Verständnis des Werkes und liefern Impulse für Diskussionen im Unterricht: zu Quellen und Stoff, Biographie des Autors, Epoche und Rezeptionsgeschichte.

Die scheinbar glückliche Ehe von Fridolin und Albertine wird auf die Probe gestellt, als Fridolin in den Straßen Wiens nach erotischen Abenteuern sucht, während seine Frau sich ihrerseits der Phantasie hingibt, ihren Mann zu betrügen. Doch liegt im Ausleben geheimer Begierden die ersehnte Erfüllung? Schnitzlers Traumnovelle handelt von menschlichen Sehnsüchten und Trieben vor dem Hintergrund erster wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Psychoanalyse. 1999 wurde sie von Stanley Kubrick unter dem Titel Eyes Wide Shut verfilmt.

Die Bände von Reclam XL sind im Textteil seiten- und zeilenidentisch mit den gelben Ausgaben der Universal-Bibliothek. UB- und XL-Ausgaben sind also nicht nur im Unterricht nebeneinander verwendbar – es passen auch weiterhin alle Lektüreschlüssel, Erläuterungsbände und Interpretationen dazu.


Hinweis zu dieser E-Book-Ausgabe: Im E-Book wird verwiesen auf die Seitenzahlen der Printausgabe XL 19042 und der Ausgabe in der Universal-Bibliothek UB 18455:
Reclam XL - Text und Kontext: Schnitzler, Arthur: Traumnovelle.
Reclams Universal-Bibliothek: Schnitzler, Arthur: Traumnovelle.

Weitere Informationen zur Reihe, eine Übersicht über alle XL-Titel und einen Blick ins Buch von Reclam XL Iphigenie auf Tauris
finden Sie hier.

Traumnovelle

Anhang
1. Zur Textgestalt
2. Anmerkungen
3. Arthur Schnitzler und seine Zeit
4. Wien in der Traumnovelle
5. »Doppelgeschichte« - »Doppelnovelle« - Traumnovelle: Die Entstehung des Werkes
6. »Meisterwerk« oder ohne künstlerischen Wert?- Zeitgenössische Rezensionen der Traumnovelle
7. »Eine Art fluktuierendes Zwischenland«- Die psychoanalytischen Überlegungen Schnitzlers
8. »Und wenn es auch mir beliebt hätte, zuerst auf die Suche zu gehen?«- Die Rolle der weiblichen Sexualität im Wien der Jahrhundertwende
9. Mizzi, Pierrette und die »Nonnen«- Prostitution im Wien der Jahrhundertwende
10. »Sie ist magerer geworden in der letzten Zeit. Spitzenkatarrh vermutlich« - Fridolins Rolle als Arzt
11 Illustrationen auf den Titelseiten
12. Literaturhinweise

Arthur Schnitzler, 15. 5. 1862 Wien – 21. 10. 1931 ebd.
Der Sohn eines angesehenen Mediziners jüdischer Herkunft studierte ab 1879 Medizin in Wien. Nach der Promotion 1885 arbeitete er als Assistenzarzt am Wiener Allgemeinen Krankenhaus, 1888–93 an der Poliklinik als Assistent seines Vaters. Nach dessen Tod verließ Sch. die Klinik und eröffnete 1893 eine eigene Praxis, die er mit zunehmender literarischer Betätigung einschränkte, aber nicht aufgab. Sch. gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Wiener Moderne um die Jahrhundertwende (»Jung-Wien«). Nach frühen Veröffentlichungen in Zeitschriften (zuerst 1880, regelmäßig seit 1886) erschien mit dem Zyklus von Einaktern, Anatol, das erste Werk von literarischem Rang. Es orientiert sich an frz. Boulevardkomödien und stellt den Typus des leichtsinnigen Melancholikers vor, dessen Leben in Episoden ohne inneren Zusammenhang zerfällt. Den ersten großen Bühnenerfolg hatte er mit dem Schauspiel Liebelei (UA 1895), das – skandalerregend – die Affären junger Herren aus besserem Hause mit Vorstadtmädchen zeigt und zugleich Elemente des bürgerlichen Trauerspiels aufnimmt, wobei tiefverwurzelte bürgerliche Wertvorstellungen (in einem der ›süßen Mädels‹) mit der ästhetisierenden Unverbindlichkeit und Hohlheit der sie umgebenden Gesellschaft auf unheilvolle Weise kollidieren. Der kritische Blick auf bürgerliche Moralkonventionen fand im Reigen (1900, UA Berlin 1920) eine konsequente szenische Lösung: Die Folge von zehn Szenen mit dem in zehnfacher Abwandlung dargestellten Ritual des Sexualakts schließt sich formal und gesellschaftlich zum totentanzähnlichen Reigen. Die Uraufführung löste (z. T. inszenierte) Skandale und Prozesse aus; Sch. untersagte weitere Aufführungen. Die Reaktionen auf seine Stücke bestätigten Sch.s Diagnosen. Das gilt auch für die »Komödie« Professor Bernhardi (UA Berlin 1912), die in Österreich »wegen der zu wahrenden öffentlichen Interessen« verboten wurde. Mit dem Stück und seiner Entlarvung des liberal verbrämten wie des klerikalen Antisemitismus und des Opportunismus der Politiker gelang Sch. eine brisante gesellschaftliche Analyse. Seine Kunst der Gefühlsdarstellung und -analyse (und der leisen Zwischentöne) zeigt sich in Stücken wie Der einsame Weg (UA 1904) und Das weite Land (UA 1911), wobei zugleich an der Einsamkeit und Isolation der Protagonisten der Zustand der Gesellschaft sichtbar wird. In den Jahren nach der Jahrhundertwende gehörte Sch. zu den meistgespielten deutschsprachigen Dramatikern.
Dem dramatischen Werk steht ein ebenso bedeutendes Prosaschaffen zur Seite. Seit seiner ersten Novelle (Sterben) zeichnet sich Sch.s Erzählen durch eine eindringliche psychologische Darstellungskunst aus, die vor dem Hintergrund pervertierter bürgerlicher Moral- und Wertvorstellungen genaue Analyse und deterministische Vorstellungen mit einem Gefühl für die Seelen- und Bewusstseinslage der Fin-de-Siècle-Generation und den Zwischenbereich zwischen Bewusstem und Unbewusstem verbindet. Sch. verwandte als erster konsequent den inneren Monolog als erzählerisches Mittel, um die inneren Vorgänge einer Figur, ihre assoziativen Reaktionen auf ihre Wahrnehmungen darzustellen. In Lieutenant Gustl, zuerst im Weihnachtssupplement (25. 12. 1900) der Wiener Neuen Freien Presse erschienen, fügt sich die halbbewusste Selbstentlarvung des in seiner ›Ehre‹ verletzten Leutnants ohne Erzählereingriffe und -kommentare zu einem für den militärischen Ungeist und die Perversion des Ehrbegriffs symptomatischen Psychogramm (was zur Aberkennung des Reserveoffiziersrangs führte). Sch. nahm die Technik des inneren Monologs wieder in Fräulein Else auf, einer Geschichte pervertierter Bürgerlichkeit, die eine junge Frau im tödlichen Konflikt zwischen Selbstbewahrung und sexuellem Opfer für die Familie bzw. die Familienfinanzen zeigt. In seinem ersten Roman, Der Weg ins Freie, verknüpft Sch. die Darstellung der problematischen Liebesbeziehungen eines egozentrischen und sentimentalen Komponisten mit einer differenzierten Schilderung des deutsch-jüdischen Lebens in der Habsburger Monarchie. Zu den Versuchen, Typen auf Urbilder zurückzuführen, gehören die Erzählungen Casanovas Heimfahrt (Abenteurer) und Spiel im Morgengrauen (Spieler). Die für Sch.s Werk charakteristischen Motive und Themen (Ambivalenz des Lebens, Schein und Wirklichkeit, Zufall und Notwendigkeit, Determination, Unterdrückung der weiblichen Sexualität, Liebe, Tod, Trieb u. a.) bestimmen auch das Spätwerk seit Fräulein Else.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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