Jünger, Ernst: Das Abenteuerliche Herz

Jünger, Ernst: Das Abenteuerliche Herz. Figuren und Capriccios

Hrsg.: Figal, Günter
187 S.
ISBN: 978-3-15-018680-0

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Als Ernst Jünger 1938 »Das abenteuerliche Herz« in seiner zweiten Fassung veröffentlichte, war er 43 Jahre alt, dieses Buch markiert die Mitte seines Schriftstellerlebens. Es zeigt Jüngers Schreiben in äußerster Konzentration und stellt so die bestmögliche Einführung in sein Werk dar, weist auf diese Weise zurück und nach vorn, denn das »bei aller Genauigkeit der Beschreibung nicht selten expressiv Übersteigerte, rhetorisch Forcierte der früheren Schriften ist einer lapidaren Sprache gewichen, die zwischen Spannung und Gelassenheit eine schwebende Mitte hält.« (Günter Figal)

Das Abenteuerliche Herz

Die Tigerlilie
Fliegende Fische
Flugträume
Die Kiesgrube
Zur Kristallographie
Violette Endivien
Im Blindenviertel
Das Entsetzen
Fremder Besuch
»Tristram Shandy«
Die einsamen Wächter
Blaue Nattern
Die Klosterkirche
Die Überzeugung
Die Hauptschlüssel
Der kombinatorische Schluß
Der schwarze Ritter
Der stereoskopische Genuß
Die Schleife
In den Kaufläden (1)
Rot und Grün
Aus den Strandstücken (1).
Aus dem Guckkasten
Der Oberförster
Der Erfinder
Das Beschwerdebuch
In den Treibhäusern
Frutti di mare
Der Strandgang
Das Lied der Maschinen
Grausame Bücher
Jünger, Das abenteuerliche Herz
Aus den Strandstücken (2)
Liebe und Wiederkunft.
Die rote Farbe.
Notizen zur roten Farbe
An der Abzucht.
Fortunas Unkraut.
Zum »Raskolnikow«
In den Wirtschaftsräumen
Die Phosphorfliege
Historia in Nuce: Die Ergänzung
Die Zinnia
Nachtrag zur Zinnia
Aus den Zeitungen
Nachtrag
Anschaulicher Skeptizismus
Skrupulanten und Posaunisten.
Aus den Strandstücken (3)
Zur Désinvolture
Nachtrag zur Désinvolture.
Historia in Nuce: Der Verlorene Posten
Die Vexierbilder.
Der Grünspecht
Mut und Übermut
In den Museen
An der Zollstation
Das Rotschwänzchen
Notizen zum Rotschwänzchen
Balearische Gänge.
Der Hippopotamus
Die Aprikose
Erster Nachtrag
Zweiter Nachtrag
Dritter Nachtrag
Der Überfluß
In den Kaufläden (2)
Die blaue Farbe
Der schwarze Sey
Historia in Nuce: Das Glücksrad
Das Echo der Bilder
Der Fischhändler

Nachwort



Ernst Jünger, 29. 3. 1895 Heidelberg – 17. 2. 1998 Wilflingen (Oberschwaben).
Der Sohn eines Chemikers und Apothekers zog 1907 mit seinen Eltern nach Hannover, besuchte verschiedene Internate und Gymnasien und floh 1913 in die frz. Fremdenlegion (Algerien). Der Vater sorgte schnell für J.s Entlassung, der sich 1914 freiwillig meldete und nach dem Notabitur an der Westfront eingesetzt und mehrfach verwundet und ausgezeichnet wurde. 1919–23 diente er in der Reichswehr; nach seinem Ausscheiden studierte er bis 1925 Zoologie und Philosophie in Leipzig und Neapel und lebte dann als freier Schriftsteller in Berlin. Das Angebot eines Reichstagsmandats durch die NSDAP lehnte er 1933 ab. 1936 zog er nach Überlingen (Bodensee), 1939 nach Kirchhorst bei Hannover. Im selben Jahr wurde er als Offizier reaktiviert und bis zu seiner Entlassung als ›Wehrunwürdiger‹ nach dem Attentat vom 20. 7. 1944 vorwiegend in Frankreich eingesetzt. 1945–49 erhielt er Publikationsverbot, weil er sich weigerte, die Fragebögen zur Entnazifizierung auszufüllen. Von 1950 an lebte er in Wilflingen. J. debütierte mit dem auf Tagebuchaufzeichnungen beruhenden Kriegsbuch In Stahlgewittern, das zahlreiche, z. T. veränderte Auflagen erlebte und den Verfasser berühmt machte: eine distanzierte, scheinbar sachliche, in Wirklichkeit ästhetisierende Darstellung eines Geschehens, über dessen Sinn nicht reflektiert wird, und zugleich Feier des rauschhaften Erlebnisses des gesuchten Kampfes Mann gegen Mann. Weitere auf Tagebüchern basierende Texte über seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg folgten. Auch später blieb das Tagebuch eine seiner bevorzugten Formen, von den Kriegstagebüchern des Zweiten Weltkriegs (Strahlungen) über die Nachkriegstagebücher bis zu den Texten der 80er-Jahre. Daneben veröffentlichte J. eine Reihe von Essaybänden nationalistisch-konservativer und kulturkritischer bzw. kulturtheoretischer Thematik, die eine Ablehnung der demokratisch-zivilen Kultur mit einer Betonung heroischen Einzelkämpfertums verbinden. Sein kulturtheoretisches Hauptwerk Der Arbeiter postuliert eine neue Form des Heroismus (Vorläufer: der Soldat im Ersten Weltkrieg) angesichts der Herausforderungen des technischen Zeitalters. Neben den Tagebüchern und Essays trat J. auch als Erzähler hervor. Als Dokument des geistigen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, dem sich J. nicht zuletzt aus einer elitären Haltung heraus und aus ästhetischen Gründen verweigerte, gilt vielfach die Erzählung Auf den Marmorklippen, die im Stil altisländischer Sagas in mythisierender Form auf das Geschehen im Dritten Reich anspielt. Die schematisierende Gegenüberstellung von guter und böser Macht bzw. niedrigem und höherem Menschentum charakterisiert auch den utopischen Roman Heliopolis. Zu seinen letzten Erzählungen gehört eine Kriminalgeschichte (Eine gefährliche Begegnung). J. wurden in Deutschland und Frankreich zahlreiche Ehrungen zuteil; die Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt 1982 stieß allerdings auf heftige Proteste.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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