Tucholsky, Kurt: Rheinsberg

Tucholsky, Kurt: Rheinsberg

Hrsg.: Maack, Ute
72 S.
ISBN: 978-3-15-018389-2

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Tucholskys kleine Prosa-Idylle um das Liebespaar Claire und Wölfchen, die dem Alltag des Berliner Großstadtlebens zu entfliehen suchen, machte den Autor über Nacht berühmt. Der Text folgt der Erstausgabe von 1912.

Kurt Tucholsky, 9. 1. 1890 Berlin – 21. 12. 1935 Göteborg (Schweden).
Der Sohn eines jüdischen Kaufmanns studierte von 1909 an Jura in Berlin und Genf (Sommersemester 1910), begann aber gleichzeitig, sich mit Beiträgen für den sozialdemokratischen Vorwärts und seit 1913 für Siegfried Jacobsohns Schaubühne (seit 1918 Weltbühne) als Schriftsteller zu etablieren. 1915 wurde er in Jena zum Dr. jur. promoviert und danach zum Militär eingezogen. Nach dem Krieg arbeitete er bis 1920 als Chefredakteur der Zeitschrift Ulk, danach als freier Schriftsteller und Journalist (abgesehen von einem Intermezzo als Privatsekretär in einer Berliner Bank während der Inflationszeit 1923–24). 1924 ging er als Korrespondent der Weltbühne nach Paris, ohne dass das seine Arbeit für andere Organe beeinträchtigt hätte. Nach dem Tod Jacobsohns übernahm er vorübergehend (1926–27) die Redaktion der Weltbühne. Seit 1929 lebte er in Hindås (Schweden). Nach der Machtergreifung Hitlers wurden seine Bücher verbrannt, er selbst ausgebürgert. Er starb nach einem Suizidversuch in einem Göteborger Krankenhaus. Die Erfahrungen des Krieges und die problematische Lage der Weimarer Republik bestärkten T. in seinem linksorientierten politischen Engagement und der Auffassung von der aufklärerischen Funktion der Literatur. Sein publizistisches Schaffen umfasst mehr als 2500 Texte, die ihn als Meister der kleinen Form vom aktuellen politischen Gedicht und Kabarettchanson über das Feuilleton bis hin zur bissigen politischen Satire auf die gefährlichen Relikte aus wilhelminischer Zeit (Militär, Justiz, Beamtenapparat) erweisen. Für die verschiedenen Genres und Rollen, die auch auf das jeweils verschiedene Publikum der Publikationsorgane abgestimmt waren, schuf sich T., z. T. noch im Kaiserreich, die Pseudonyme Ignaz Wrobel (zuständig für Politisch-Satirisches), Peter Panter (Feuilleton), Theobald Tiger (Lyrik, Lieder) und Kaspar Hauser (»sah in die Welt und verstand sie nicht«). Auf die verschiedenen Identitäten – die fünfte ist T. selbst – spielt auch der Titel seines ersten Sammelbandes Mit 5 PS an, denen T. zwei weitere folgen ließ. Daneben erschienen als selbständige Publikationen der Reisebericht Ein Pyrenäenbuch und das »Bilderbuch« Deutschland, Deutschland über alles, eine von John Heartfield vorgenommene aggressive Montage von Fotos und T.-Texten. Aufklärung im Medium des Unterhaltungsromans versuchte T. mit der »Sommergeschichte« Schloß Gripsholm, die an sein früheres »Bilderbuch für Verliebte« Rheinsberg erinnert.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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