Brant, Sebastian: Das Narrenschiff

Brant, Sebastian: Das Narrenschiff. Studienausgabe

Mit allen 114 Holzschnitten des Drucks Basel 1494
Hrsg.: Knape, Joachim
619 S.
ISBN: 978-3-15-018333-5

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Sebastian Brant war um 1500 herum der berühmteste Autor deutscher Sprache. Mit der Figur des Narren, die er in der Literatur etablierte, löste er eine regelrechte Welle der Narrenliteratur aus. Brants Narren treiben aber nicht einfach karnevaleske Späße, sondern stoßen – ein vordringliches Anliegen humanistischer Bildung – in der Kritik der Torheit die Erkenntnis an. Die Studienausgabe bietet eine ausführliche Kommentierung.

1 Sebastian Brant
2 Das Narrenschiff
3 Editorische Bemerkungen
4 Literaturverzeichnis

Text
Ein vorred in das narren schyff
1 Von vnnutzen buchern
2 Von guten reten
3 Von gytikeit
4 Von nuwen funden
5 Von alten narren
6 Von ler der kind
7 Von zwytracht machen
8 Nit volgen gutem ratt
9 Von bosen sytten
10 Von worer fruntschafft
11 Verachtung der gschrift
12 Von vnbesinten narren
13 Von buolschafft
14 Von vermessenheit gotz
15 Von narrechtem anslag
16 Von fullen vnd prassen
17 Von vnnutzem richtum
18 Vom dienst zweyer herren
19 Von vil schwetzen
20 Von schatz fynden
21 Von stroffen vnd selb tun
22 Die ler der wisheit
23 Von vberhebung glucks
24 Von zu vil sorg
25 Von zuo borg vff nemen
26 Von vnnutzem wunschen
27 Von vnnutzem studieren
28 Von wider gott reden
29 Der ander lut vrteilt
30 Von vile der pfrunden
31 Von vffschlag suchen
32 Von frowen huetten
33 Von eebruch
34 Narr hur als vern
35 Von luchtlich zyrnen
36 Von Eygenrichtikeit
37 Von gluckes fall
38 Von krancken die nit volgen
39 Von offlichem anschlag
40 An narren sich stossen
41 Nit achten vff all red
42 Von spott vogelen
43 Verachtung ewiger freyt
44 Gebracht in der kirchen
45 Von mutwilligem vngfell
46 Von dem gwalt der narren
47 Von dem weg der sellikeit
48 Eyn gesellen schiff
49 Bos exempel der eltern
50 Von wollust
51 Heymlicheit verswigen
52 Wiben durch gutz willen
53 Von nyd vnd has
54 Von vngedult der straff
55 Von narrechter artzny
56 Von end des gewalttes
57 Furwissenheyt gottes
58 Syn selbs vergessen
59 Von vndanckberkeyt
60 Von im selbs wolgefallen
61 Von dantzen
62 Von nachtes hofyeren
63 Von bettleren
64 Von bosen wibern
65 Von achtung des gstirns
66 Von erfarung aller land
67 Nitt wellen eyn nar syn
68 Schympf nit verston
69 Bos dun vnd nit warten
70 Nit fursehen by zyt
71 Zancken vnd zu gericht gon
72 Von groben narren
73 Von geystlich werden
74 Von vnnutzem jagen
75 Von bosen schutzen
76 Von grossem ruemen
77 Von Spylern
78 Von gdruckten narren
79 Ruter vnd schriber
80 Narrehte bottschafft
81 Von kochen vnd keller
82 Von burschem vffgang
83 Von verachtung armut
84 Von beharren jn gutem
85 Nit fursehen den dot
86 Von verachtung gottes
87 Von gottes lestern
88 Von plag vnd strof gots
89 Von dorechtem wechsel
90 Ere vatter vnd mutter
91 Von schwetzen jm chor
92 Vberhebung der hochfart
93 Wucher vnd furkouff
94 Von hoffnung vff erben
95 Von verfurung am fyrtag
96 Schencken vnd beruwen
97 Von tragkeit vnd fulheit
98 Von vslendigen narren
99 Von abgang des glouben
100 Von falben hengst strichen
101 Von oren blosen
102 Von falsch vnd beschiss
103 Vom endkrist
104 Worheyt verschwigen
105 Hyndernys des gutten
106 Ablossung gutter werck
107 Von lon der wisheit
108 Das schluraffen schiff
109 Verachtung vngfelles
110 Hynderred des guten
111 Entschuldigung des dichters
112 Der wis man
End des narrenschiffs
Register des Narrenschiffs

110a Von disches vnzucht (aus dem Druck B
von 1495)
110b Von fasnacht narren (aus dem Druck B
von 1495)
Verwahrung (aus dem Druck C von 1499)
Lesehilfen
1 Ungewohnte Schreibweisen
2 Häufig vorkommende Wortformen
3 Kommentiertes Personennamen-Verzeichnis
1 Ungewohnte Schreibweisen
2 Häufig vorkommende Wortformen
3 Kommentiertes Personennamen-Verzeichnis

Sebastian Brant, 1457 Straßburg – 10. 5. 1521 ebd.
Der aus einer Straßburger Ratsherren- und Gastwirtsfamilie stammende B. studierte in Basel klassische Sprachen und Jura (Lizentiat 1483/84); danach lehrte er hier Kirchen- und Zivilrecht sowie Poesie. Er promovierte 1489 zum Doktor beider Rechte, wurde Dekan der juristischen Fakultät (1492) und 1496 Professor für römisches und kanonisches Recht. 1500 kehrte B. nach Straßburg zurück; 1501 übernahm er das Amt des Syndikus, 1503 wurde er Stadtschreiber. Als Berater, Korrektor und Lektor war er wesentlich an der Baseler Buchproduktion zwischen 1480 und 1500 beteiligt (Editionen u. a.). In seinem dichterischen Schaffen bediente sich B. zunächst der lat. Sprache. Thematische Schwerpunkte seiner Sammlungen neulat. Lyrik sind die Marien- und Heiligenverehrung und die bedrohliche politische Situation, der Maximilian, Adressat zahlreicher Lobgedichte, begegnen soll. Mit der Hinwendung zum Deutschen suchte er ein breiteres Publikum zu erreichen. Dies gelang ihm mit einer Reihe von illustrierten Flugblättern mit lat. und dt. Texten über sensationelle Naturereignisse sowie politische und religiöse Themen (zwischen 1488 und 1504), v. a. jedoch mit der Moralsatire Das Narrenschiff, seinem überaus erfolgreichen, ins Lateinische und zahlreiche europäische Volkssprachen übersetzten Hauptwerk. Es porträtiert in 112 (in späteren Auflagen 114) lose aneinandergereihten Kapiteln (paarweise gereimte Vierheber) im Rahmen einer Narrenschifffahrt einen ganzen Narrenkosmos, um den Leser zur Einsicht in seine Unvernunft und damit zur Selbsterkenntnis als Voraussetzung der Überwindung der ›Narrheit‹, der menschlichen Gebrechen und Laster, zu bringen.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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