Wieland, Christoph Martin: Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva

Wieland, Christoph Martin: Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva. Erste Fassung

Hrsg. von Sven-Aage Jørgensen
540 S.
ISBN: 978-3-15-018163-8

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Mit viel Liebe zum Detail schildert Christoph Martin Wieland im Don Sylvio, wie sich der Protagonist auf die Suche nach seiner Märchenprinzessin macht – denn er hält alle Märchen für wahr. Ein amüsanter Roman mit Tiefgang und liebevollen satirischen Zügen.
Christoph Martin Wieland knüpft mit seinem Roman Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva an den modernen englischen und französischen Roman an. Als einer der vier großen Klassiker in Weimar wurde er mit dem Bildungsroman Agathon und der Geschichte um Don Sylvio zu einem der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung.

Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva

Nachbericht des Herausgebers, welcher aus Versehen des Abschreibers zu einem Vorberichte gemacht worden

Verzeichniß der Capitel des Ersten Theils
Erstes Buch
1. Capitel. Character einer Art von Tanten
2. Cap. Was für eine Erziehung Don Sylvio von seiner Tante bekommen
3. Cap. Psychologische Betrachtungen
4. Cap. Wie Don Sylvio mit den Feen bekannt wird
5. Cap. Seltsame Thorheit des Don Sylvio. Seine Liebe zu einer idealischen Princeßin
6. Cap. Abentheuer mit dem Laubfrosch. Warum Don Sylvio nicht gemerkt, daß der Frosch keine Fee war
7. Cap. Don Sylvio findet auf eine wunderbare Art das Bildniß seiner geliebten Princeßin
8. Cap. Reflexionen des Autors und des Don Sylvio
9. Cap. Folgen des Abentheuers mit dem Sommervogel. Der Leser wird mit einer neuen Person bekannt gemacht
10. Cap. Worinn Feen, Salamander, Princeßinnen und grüne Zwerge auftretten
11. Cap. Ein Gespräch zwischen Pedrillo und seinem Herrn. Zurüstungen zu der beschlossnen Wanderschaft
12. Cap. Unmaßgebliche Gedanken des Autors

Zweytes Buch
1. Cap. Ein Exempel, daß Sprödigkeit den Zorn der Venus reitzt
2. Cap. Ein Gemählde im Geschmacke des Calot
3. Cap. Gespräch zwischen der Tante und dem Neffen
4. Cap. Muthmassungen des Don Sylvio. Er verabredet seine Entweichung mit dem Pedrillo
5. Cap. Ein Spatziergang, Klugheit des Don Sylvio
6. Cap. Don Sylvio wird in die Gärten der Fee Radiante verzückt. Seltsames qui pro quo so daraus entsteht. Unangenehme Folgen desselben
7. Cap. Don Sylvio kommt wieder zu sich selbst. Unterredung mit dem Pedrillo. Wie geschickt dieser die vermeynte Fanferlüsch zu entfernen weißt

Drittes Buch
1. Cap. Heimliche Flucht unsrer Abentheurer. Wortstreit, der zwischen ihnen wegen eines Baums entsteht, den Pedrillo für einen Riesen ansieht
2. Cap. Merkwürdiges Abentheuer mit dem Salamander und dem Froschgraben
3. Cap. Worinn Pedrillo auf eine sehr unangenehme Art aus dem Schlaf geweckt wird
4. Cap. Was die Einbildung nicht thut
5. Cap. Worinn die Geschichte nach Rosalva zurück kehrt
6. Cap. Unterredung beym Frühstück. Eifersucht des Don Sylvio
7. Cap. Abentheuer mit der Zigäunerin
8. Cap. Don Sylvio ermüdet sich über dem suchen des blauen Schmetterlings, und schläft nach einer guten Feld-Mahlzeit ein
9. Cap. Das artigste Abentheuer in diesem ganzen Buche
10. Cap. Wer die Dame gewesen, welche Pedrillo für eine Fee angesehen
11. Cap. Eines von den gelehrtesten Capiteln in diesem Wercke
12. Cap. Ein weiblicher Dialogus

Viertes Buch
1. Cap. Worinn der Autor eine tiefe Einsicht in die Geheimnisse der Ontologie an den Tag legt
2. Cap. Ein Beyspiel, daß ein Augenzeuge nicht allemal so zuverläßig ist, als man zuglauben pflegt
3. Cap. Worinn Don Sylvio sehr zu seinem Vortheil erscheint
4. Cap. Die Gesellschaft langt in einem Wirthshause an
5. Cap. Der Autor hoft, daß dieses Capitel keiner Kammer-Jungfer in die Hände fallen werde
6. Cap. Exempel eines merkwürdigen Verhörs
7. Cap. Eine kleine Abschweiffung nach Lirias, wobey der Autor eine nicht unfeine Kenntniß des weiblichen Herzens sehen läßt
8. Cap. Das höchstklägliche Abentheuer mit den Gras-Nymphen

Verzeichniß der Capitel des Zweyten Theils
Fünftes Buch
1. Cap. Worinn der Autor das Vergnügen hat, von sich selbst zu reden
2. Cap. Worinn sich Pedrillo sehr zu seinem Vortheil zeigt
3. Cap. Innerliche Anfechtungen des Don Sylvio
4. Cap. Die Weissagungen des Pedrillo fangen an in Erfüllung zu gehen
5. Cap. Erscheinung der Fee. Wie gefährlich es ist, wenn einer ein Frauenzimmer antrift, das seiner Liebste gar zu ähnlich sieht
6. Cap. Unverhofte Zusammenkunft
7. Cap. Gegenseitige Gefälligkeiten
8. Cap. Streit zwischen der Liebe zum Bilde und der Liebe zum Original
9. Cap.Was für gefährliche Leute die Philosophen sind
10. Cap. Wie kräftig die Vorsätze sind, die man gegen die Liebe faßt
11. Cap. Geschichte der Hyacinthe
12. Cap. Fortsetzung der Geschichte der Hyacinthe
13. Cap. Don Eugenio setzt die Erzählung der Hyacinthe fort
14. Cap. Beschluß der Geschichte der Hyacinthe. Eine Vermuthung des Don Sylvio. Vorbereitungen zu einem Intermezzo, wobey wenige Leute lange Weile haben werden

Sechstes Buch
1. Cap. Geschichte des Prinzen Biribinker
2. Cap. Fortsetzung der Geschichte des Prinzen Biribinker
3. Cap. Anmerkungen über die vorstehende Geschichte

Siebentes Buch
1. Cap. Merkwürdige Entdeckung.
Sonderbare Verschwiegenheit des Pedrillo
2. Cap. Anfang der Entwicklung
3. Cap. Abermalige Entdeckungen
4. Cap. Beschluß dieser Geschichte

Anhang
Zu dieser Ausgabe
Anmerkungen
Literaturhinweise
Nachwort

Christoph Martin Wieland, 5. 9. 1733 Oberholzheim bei Biberach – 20. 1. 1813 Weimar.
Der aus einem Pfarrhaus stammende W. wuchs in Biberach auf, besuchte von 1747 bis 1750 ein pietistisch gefärbtes Internat bei Magdeburg und verlobte sich nach seiner Rückkehr nach Biberach 1750 mit seiner Kusine Sophie Gutermann, der späteren Frau von La Roche (Auflösung der Verlobung 1753). Ende 1750 ging er zum Jurastudium nach Tübingen, von 1752 bis 1760 hielt er sich in der Schweiz auf, zunächst zwei Jahre als Gast bei J. J. Bodmer, dann als Hauslehrer in Zürich, zuletzt (1759–60) in Bern. 1760 wurde er in Biberach zum Senator und Kanzleiverwalter gewählt, 1765 heiratete er Anna Dorothea von Hillenbrand. Von 1769 bis 1772 lehrte er als Professor der Philosophie an der Universität Erfurt, anschließend wirkte er bis 1775 als Prinzenerzieher am Weimarer Hof. Danach erhielt eine lebenslange Pension und lebte nun als äußerst produktiver freier Schriftsteller (und kinderreicher Hausvater) in Weimar, das sich – auch durch W.s Gründung der Zeitschrift Der Teutsche Merkur 1773 – zu einem bedeutenden literarischen Zentrum entwickelte. Während sich trotz Goethes früher Farce Götter, Helden und Wieland (1774) ein freundschaftliches Verhältnis zwischen den beiden entwickelte, fand W. in den nationalen Dichtern des Göttinger Hains und später den Frühromantikern radikale Gegner. 1797 siedelte W. auf das Landgut Oßmannstedt über, kehrte jedoch 1803 wieder nach Weimar zurück. 1808 verlieh Napoleon dem Vielgeehrten den Orden der Ehrenlegion. Die Sämmtlichen Werke letzter Hand, die in vier verschiedenen, nach Format, Ausstattung und Preis gestaffelten Ausgaben zwischen 1794 und 1811 erschienen, spiegeln in ihren insgesamt 45 Bänden Umfang und Vielseitigkeit seines Lebenswerks, bleiben allerdings seine bedeutenden Übersetzungen schuldig: Shakespeare, Horaz, Lukian, Aristophanes, Xenophon, Cicero u. a. Die Entwicklung vom Idealisten und platonischen Schwärmer über den angeblich frivolen Rokokodichter und Skeptiker zum humanen Aufklärer und Vorbereiter der Weimarer Klassik, die man bei W. erkannt hat, benennt einige Aspekte seines Schaffens. Er selbst bezeichnete die in der Verserzählung Musarion geschilderte »Philosophie der Grazien«, das Ideal einer Vernunft und Gefühl harmonisch miteinander verbindenden, maßvollen Lebensform, als »eine getreue Abbildung« der Gestalt seines Geistes. Die stilistisch virtuosen Verserzählungen – komische Verserzählungen, Märchen (parodistische) Rittergeschichten – bilden von den frühen Comischen Erzählungen bis hin zur scherzhaft-ironischen Klassik des Oberon einen wesentlichen Komplex in W.s Werk und bedeuten zugleich den Höhepunkt der Gattung in der dt. Literatur. Auch als Romanautor kommt W. eine prägende Rolle in der Gattungsgeschichte zu. Der Vielfalt der erprobten Formen und Themen reicht von der Satire auf die schwärmerische Verfehlung der Wirklichkeit im Don Sylvio über den Bildungsroman Agathon, den Staatsroman Der goldne Spiegel und die große Gesellschaftssatire der Abderiten bis hin zu den späten philosophischen Dialog- und Briefromanen. W. bot damit nicht nur Anregungen für den klassischen Bildungsroman, sondern stellte mit seiner ironischen Erzählweise und seinen enzyklopädischen Erzähltechniken lange nachwirkende Muster bereit. Für das dt. Theater wurde seine Übersetzung von 22 Dramen Shakespeares (1762–66) wichtig; sein Trauerspiel Lady Johanna Gray verwandte als erstes dt. Drama den Blankvers. Seine zahlreichen Essays, Aufsätze und Abhandlungen, vielfach zuerst im Teutschen Merkur erschienen, behandeln philosophische, ästhetische, poetische, gesellschaftliche und politische Themen. Dazu gehören u. a. Gedanken über die Ideale der Alten (1777), die sein Klassikbild demonstrieren, der Essay Was ist Wahrheit? (1778) mit seiner Kritik an jeder Art von doktrinärer Einseitigkeit und Starrheit, Briefe an einen jungen Dichter (1782–84), die v. a. der dramatischen Kunst gelten, ein Text über Das Geheimniß des Kosmopoliten-Ordens (1788), der W.s Weltbürgertum unterstreicht, und die Aufsätze, die sich mit der Französischen Revolution auseinandersetzen. Neben dem Teutschen Merkur gründete W. mit dem Attischen Museum eine zweite Zeitschrift, in der u. a. seine Übertragungen von vier Komödien des Aristophanes und zwei Tragödien des Euripides erschienen.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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