Patzer, Georg: Lektüreschlüssel. J. M. R. Lenz: Der Hofmeister

70 S.
ISBN: 978-3-15-015405-2

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Der Lektüreschlüssel erschließt Jakob Michael Reinhold Lenz’ Der Hofmeister. Um eine Interpretation als Zentrum gruppieren sich 10 wichtige Verständniszugänge:
* Erstinformation zum Werk
* Inhaltsangabe
* Personen (Konstellationen)
* Werk-Aufbau (Strukturskizze)
* Wortkommentar
* Interpretation
* Autor und Zeit
* Rezeption
* »Checkliste« zur Verständniskontrolle
* Lektüretipps mit Filmempfehlungen
* Raum für Notizen

Mit Jakob Michael Reinhold Lenz' 1774 anonym erschienenem Sturm-und-Drang-Drama Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung In der Handlung um den Hofmeister Läuffer, der sich in die abhängige Stellung eines Hauslehrers begibt, sich in die Tochter seines Hausherrn verliebt, sie entehrt, flieht, Gehilfen eines Dorfschulmeisters wird und sein neues Ideal eines einfachen, enthaltsamen Lebens bis zur Selbstentmannung verwirklicht, sind tragische mit komischen Elementen aufs Engste miteinander verwoben. Mit dieser Mischung aus Tragischem und Komischem ist Der Hofmeister eine der frühesten Tragikomödien der deutschen Literaturgeschichte. Lenz verzichtet in seinem ›offenen Drama‹ auf die aristotelische Einheit von Ort, Zeit und Handlung und arbeitet mit modernen dramatischen Techniken, etwa vielen kurzen Szenen. Mit seinem Stück beginnt gattungsgeschichtlich das sozialkritische Milieudrama in Deutschland, das über Büchner und Wedekind zu Bertolt Brecht führt.

Georg Patzer studierte Geschichte und Literaturwissenschaft und ist nun als freier Journalist und Autor tätig.

Zu Jakob Michael Reinhold Lenz:
Jakob Michael Reinhold Lenz (23.1.1751 Seßwegen [Casvaine, Livland] – 4.6.1792 Moskau), Sohn eines Pfarrers, wird mit seinen Werken dem Sturm und Drang zugerechnet. Nach einem vernachlässigten, später abgebrochenen Theologie-Studium, bei dem er lieber Kants Vorlesungen lauscht und sich mit dem Lesen und Schreiben von Literatur beschäftigt, entscheidet sich Lenz 1774 für die Arbeit als freier Schriftsteller. Diese sollte ohne große Erfolge bleiben. Lenz gilt seinem Umfeld als exzentrisch: Wird er noch 1776 von Goethe nach Weimar bestellt, so muss er die Stadt bereits wenige Monate später nach einem nicht näher überlieferten Zwischenfall wieder verlassen. Sein ohnehin prekärer Geisteszustand verschlimmert sich. Der Pfarrer Johann Friedrich Oberlin nimmt ihn in seine Obhut. Dessen Krankenakte dient später Georg Büchner als Vorlage für Lenz. Lenz arbeitet sich in seinen Dramen Der Hofmeister und Die Soldaten am Widerspruch ständischer Verhaltensregeln und freier Sexualität ab. Einen eigensinnigen ›Lösungsansatz‹ dieser Problematik für das Militär bietet er in seiner theoretischen Schrift Über die Soldatenehen.

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