Rieger-Ladich, Markus: Das Privileg. Kampfvokabel und Erkenntnisinstrument

Reclam. Denkraum
Originalausgabe
Klappenbroschur. Format 12,5 × 20,5 cm
192 S.
ISBN: 978-3-15-011409-4

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»Viele Konflikte, die sich heute an identitätspolitischen Konzepten entzünden, lassen sich in ihrer Logik erhellen, wenn man die abenteuerliche Reise verfolgt, die der Begriff des Privilegs in den vergangenen Jahrzehnten zurückgelegt hat.«

Privilegienkritik hat Hochkonjunktur. Der vehemente Gebrauch des Privileg-Begriffs erhitzt im Umfeld identitätspolitischer Debatten die Gemüter. Als Verdacht steht im Raum: Privilegienkritik blockiert nicht nur die notwendige Weiterentwicklung der akademischen Streitkultur. Sie ebnet auch einer hypersensiblen Kultur der Achtsamkeit den Weg, die Gerechtigkeitsfragen aus dem Blick zu verlieren droht.
Markus Rieger-Ladich plädiert dafür, identitätspolitische Anliegen mit einer universalistischen Perspektive zu verknüpfen. Er liefert einen knappen Überblick über die rechtsgeschichtlichen Grundlagen und die Bildungsdebatten der letzten Jahrzehnte. Vor allem aber weist sein Essay nach, dass der Einsatz für eine Gesellschaft, die von weniger Armut, Leid und Ungerechtigkeit geprägt ist, zwingend auf die Kritik von Privilegien angewiesen bleibt.

Warum gibt es dieses Buch?

1 Worum wird gestritten?
Brisante Kippeffekte
Verschiebung der Kräfteverhältnisse
Hegemoniale Kämpfe
Zwei unterschiedliche Lesarten
Zum Programm

2 Wie kam das Privileg in die Welt?
Probleme der Begriffsbestimmung
Das Alte Reich
Eine praktische Allzweckwaffe
Gesellschaftliche Ausdifferenzierung, steigende Komplexität
Der Charme der Geometrie
Die Französische Revolution und der Dritte Stand
Der Bürger blickt nach vorn
Reformbedarf in Preußen
Revolutionäre wider Willen

3 Wie funktioniert das Bildungsprivileg?
Prozesse sozialer Schließung
Helmut Schelsky ist besorgt
Ralf Dahrendorf meldet Zweifel an
Bringschuld und Holschuld
György Széll wirbt für Präzision
Eine Streitschrift aus Frankreich
Pierre Bourdieu besucht Internate
Krise der Reproduktionsstrategien
Dirigierungsfunktion und Eliminierungsfunktion
Fatale Selbstentwertung
Cooling out
Die USA und ihr Gründungsmythos
Talking Back
Permanente Wachsamkeit

4 Warum sprechen wir heute von Privilegien im Plural?
Doppelter Verrat
Das Combahee River Collective veröffentlicht ein Manifest
Schockwellen in der weißen feministischen Community
Peggy McIntosh blickt in den Spiegel
White Privilege
Ein unsichtbarer Rucksack
Die Gründungsurkunde
Ein vergiftetes Geschenk
Weißsein als Forschungsgegenstand
Doppeltes Bewusstsein
Mitgliedschaft im »weißen Club«

5 Was tun mit Privilegien?
Variante 1: Privilegien in Anspruch nehmen
Variante 2: Privilegien checken
Variante 3: Privilegien umverteilen
Variante 4: Privilegien verlernen
Variante 5: Privilegien bekämpfen
Einwände unterschiedlicher Art
Kritik am Privilegiencheck
Kritik an der Rede von Umverteilung
Kritik am Verlernen von Privilegien
Eklatanter Mangel an Theorie
Privileg als Erkenntnisinstrument
Horizontwahrnehmung

Anmerkungen
Dank

Markus Rieger-Ladich, geb. 1967, studierte Philosophie, Germanistik und Erziehungswissenschaft an den Universitäten Marburg und Bonn. Er lehrt als Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Lehraufträge führen ihn u. a. nach Basel, Zürich und Tokio, und er schreibt politische Feuilletons für das Online-Magazin rauchzeichen.

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