Haag, Anna: »Denken ist heute überhaupt nicht mehr Mode«

Tagebuch 1940–1945
Originalausgabe
Hrsg. und Nachw. von Jennifer Holleis
Geb. mit Schutzumschlag, Fadenheftung, Lesebändchen.
Format 13,5 x 21,5 cm
448 S. 10 Abb.
ISBN: 978-3-15-011313-4

35,00 €

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SPIEGEL-Bestseller

Im Mai 1940 beginnt Anna Haag, 52 Jahre alt und Journalistin, ein schonungslos offenes und regimekritisches Tagebuch zu führen, das sie über Jahre im Kohlenkeller versteckt. Sie hört ihren Mitmenschen genau zu – in der Straßenbahn, bei Behördengängen oder in Geschäften. In pointierten Skizzen hält sie fest, was ganz gewöhnliche Deutsche schon während des Zweiten Weltkriegs über die Judenvernichtung und die Verbrechen des NS-Regimes wussten. Sie erzählt mit Ironie und Klarheit von Hamsterfahrten im Stuttgarter Umland, von verbotenen Treffen zum BBC-Hören oder von Wortgefechten mit ihrem Lieblingsgegner, dem regimetreuen Apotheker.
Die Aufzeichnungen der späteren Politikerin erscheinen nun erstmals vollständig in der von Anna Haag selbst vorbereiteten Zusammenstellung.

»Das Tagebuch der Anna Haag ist den berühmten Tagebüchern des Romanisten Victor Klemperer zur Seite zu stellen.«
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Anna Haag: Tagebuch 1940–1945

Zur Einführung
1940
1941
1942
1943
1944
1945

Anhang
Zu dieser Ausgabe
Anmerkungen
Nachwort

Anna Haag (1888–1982) war Schriftstellerin, Journalistin und Politikerin. Nach 1945 engagierte sie sich für den Wiederaufbau und zahlreiche soziale Projekte. Für die SPD saß sie als Abgeordnete im ersten baden-württembergischen Landtag, sie konzipierte das Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Grundgesetz. 1958 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Die Herausgeberin:
Jennifer Holleis, geb. 1980, ist Journalistin, Übersetzerin und Dolmetscherin. Sie beschäftigt sich seit 2012 mit Anna Haags Tagebüchern.

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»Ein ungeheuerlich eindrucksvolles, atemberaubendes Dokument, das nun endlich vorliegt. […] Als einer, der seit Jahrzehnten die Verbrechen Hitlerdeutschlands erforscht, musste ich zum Selbstschutz professionelle Distanz entwickeln. Aber Anna Haags Buch las ich aufgewühlt und von ihren Beobachtungen gebannt in einem Zug. Wie konnte unser Volk so tief herabsinken? Diese noch immer unbeantwortete Frage trieb Anna Haag um – und sie erklärt uns Heutigen vieles.«
(Götz Aly, Berliner Zeitung, 04.05.2021)

»Kaum ein zeithistorisches Dokument gewährt ähnlich tiefe, schonungslose und vor allem authentische Einblicke in den Alltag und die Stimmung in der Bevölkerung. Früh schon stellte Haag die Frage, mit der sich sämtliche Nachkriegsgenerationen bis heute befassen: Wie konnte sich ein ganzes Volk von einem Massenmörder verführen lassen? Wie konnte eine gebildete Nation jeden Anstand, jede Moral und jedes Gefühl für Recht und Unrecht verlieren? Die akribische Arbeit der Herausgeberin war von großer historischer und wissenschaftlicher Bedeutung.«
(Thomas Schmoll, SPIEGEL ONLINE, 03.05.2021)

»Ich habe schon lange kein so ergreifendes und derart Mut machendes Buch mehr gelesen – was für eine Feier der Zivilcourage!«
(Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk Kultur LESART, 10.04.2021)

»Wirklich erstaunliche Texte – eine wirklich interessante Frau und ein faszinierendes Lebenswerk, das gerade neu entdeckt wird«
(SWR2 Lesenswert Kritik, 04.04.2021)

»Tagebücher sind wie Zeitkapseln, denn sie halten Eindrücke des jeweiligen Moments fest. Gerade aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sind sie von besonderer Bedeutung für die historische Forschung, weil sie Einblick in das gewähren, was Menschen wirklich dachten – jenseits dessen, was die Propaganda ihnen zu denken vorgab. […] Es ist zu hoffen, dass Anna Haags Schriften jetzt endlich eine breitere Aufmerksamkeit bekommen.«
(Cécile Calla, DIE ZEIT, »10 nach 8«-Newsletter, 23.03.2021)

»Endlich liegt ihre klarsichtige Analyse komplett vor. […] Bis heute blieb diese für Völkerverständigung und Frieden streitende Demokratin unbekannt. Doch nun sollten Haags so wichtige Aufzeichnungen auch nachträglich jeder Familie zur Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte als Pflichtlektüre dienen. Sie lesen sich noch immer als eindrucksvolle Bestätigung jüngster NS-Forschung.«
(Knud von Harbou, Süddeutsche Zeitung, 22.03.2021)