»Ich lass mir den Mund nicht verbieten!«

Journalisten als Wegbereiter der Pressefreiheit und Demokratie
Originalausgabe
Hrsg.: Haller, Michael; Hömberg, Walter
Geb. mit Schutzumschlag, Lesebändchen. Format: 15 x 21,5 cm
286 S. 42 Abb.
ISBN: 978-3-15-011277-9

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Meinungs- und Pressefreiheit zählen zu den höchsten Gütern unserer Demokratie. Lange Zeit schien es utopisch, dass sie je zu Grundrechten werden könnten. Sie mussten erstritten und erkämpft werden. Immer wieder waren es herausragende Journalistinnen und Journalisten, engagierte Publizistinnen und Publizisten, die Missstände trotz Zensur und Restriktionen klar benannten und so das demokratisch-rechtsstaatliche Bewusstsein stärkten.
Mit Fokus auf größere historische Entwicklungen wie auch auf einzelne Ereignisse oder Skandale überblicken die Herausgeber Michael Haller und Walter Hömberg mehr als drei Jahrhunderte Mediengeschichte. In anschaulichen Porträts streitbarer Geister und großer Köpfe wird die überzeitliche Bedeutung einer unabhängigen Presse für jede offene Gesellschaft greifbar.

Die Beiträge zur Entwicklung des Journalismus von den Anfängen bis in die Gegenwart sind verfasst von Stefan Aust, Holger Böning, Günter Müchler, Jürgen Wilke, Ulla Wischermann und vielen weiteren kompetenten Autorinnen und Autoren.

Mit Porträts von Daniel Defoe, Christian Friedrich Daniel Schubart, Johann Wirth, Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Alexander Puschkin, Karl Marx, Louise Otto, Hedwig Dohm, Egon Erwin Kisch, Carl von Ossietzky, Joseph Roth, Maria Leitner, Martha Gellhorn, Rudolf Augstein, Günter Gaus und vielen anderen.

Zur Einführung:
Der Journalismus und seine Sternstunden

Vom Nachrichten- zum Meinungsjournalismus: Das 17. und das 18. Jahrhundert
Scharf beobachtete Parlamentarier: Öffentliche Kontrolle der Mächtigen in England
Der Protagonist der Pressefreiheit: Daniel Defoe
Ein »Fehlurteil« mit Folgen: »John« Peter Zenger
Ein Kritiker feudaler Willkür: Christian Friedrich Daniel Schubart
Der Spion des Publikums: Wilhelm Ludwig Wekhrlin
Der Leuchtturm an der Elbe: Der Hamburgische Correspondent
Nützliche Wahrheiten fürs Volk: Karl Philipp Moritz

Vom schriftstellerischen zum redaktionellen Journalismus: Das 19. Jahrhundert
Frei sein fängt im Kopf an: Johann Gottfried Seume
Journalist und Hochverräter: Johann Wirth
»Nichts als Himmel und Särge«: Heinrich Heine
Öffentlichkeit unter Autokratie: Aleksander Sergejewitsch Puschkin
»Schmuggelhandel der Freiheit«: Karl Gutzkow
Das Volk muss aufgeweckt werden: Georg Büchner
Die Seufzer und Tränen der Sklaven: Elijah Parish Lovejoy
Die Erfindung des Interviews: kritisch nachfragen!: James Gordon Bennett
Gesellschaftskritik und Kampagnenjournalismus: Karl Marx
Glockenläuten gegen die Zensur: Alexander Herzen
Britische Pionierinnen des Journalismus: Die Eroberung der Männerdomäne
»Die Freiheit ist untheilbar!«: Louise Otto
Der unbestechliche Kriegsreporter: William Howard Russell
Meldungen aus dem Draht: Technische Neuerungen des Journalismus
Mit der Hundepeitsche: Henry Morton Stanley
Eine starke Stimme für die Frauen: Hedwig Dohm
Fünf Pfund für ein 13-jähriges Kind: William Thomas Stead
Die Frau, die in die Irrenanstalt ging: Nellie Bly
»J’Accuse …!« Der Fall Dreyfus: Émile Zola

Zwischen Expansion und politischen Restriktionen: Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
»Miststocherer» als Ehrentitel: Samuel S. McClure
Als Verkleideter sah er die Wirklichkeit: Max Winter
Einsatz für die Journalistenausbildung: Joseph Pulitzer
Allein gegen die Revolverblätter: Ernst Spitz
Das Gewissen von Moabit: Paul Schlesinger
Als »rasender Reporter« in fünf Kontinenten: Egon Erwin Kisch
Wenn Richter richten: Moritz Goldstein
Mit spitzer Feder gegen den Krieg: Carl von Ossietzky
»Ich zeichne das Gesicht der Zeit«: Joseph Roth
Die authentische Sozialreporterin: Maria Leitner
Wenn die Mehrheit die Minderheiten verachtet: Jan Skala
In den Zentren der Macht: Erich Salomon
Mit der Kamera in den Kampf: Gerda Taro
Katholizismus im Untergrund: Nikolaus Groß
Unbeugsam und unbequem: Erich Schairer
»Unser Spion bei den Nazis«: Fritz Sänger
Damit sich alle Franzosen erheben: Französischer Journalismus in der Résistance
Der vergessene Chronist: Konrad Heiden
Krieg aus der Sicht der Betroffenen: Martha Gellhorn

Vom Neuanfang zur digitalisierten Medienwelt: Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
Die Stunde null gut genutzt: Curt Frenzel
Als »Brutstätte antidemokratischer Hetze« diffamiert: Der Nordwestdeutsche Rundfunk
Der Ritt gen Westen: Marion Dönhoff
Der Ehrfurchtsverweigerer: Rudolf Augstein
Einen Schlag mit zehn vergelten: Jacques Derogy
»Spiegel tot, Freiheit tot«: Pressefreiheit und Spiegel-Affäre
»Hätte ich es verhindern können?«: Ronald Haeberle
»Was wusste der Präsident?«: Die Watergate-Affäre
Mit Team-Recherchen zum Erfolg: Don Bolles
Die Spürnase der österreichischen Nation: Alfred Worm
»Was heckt er wieder Böses aus?«: Niklaus Meienberg
Ehrlich und entlarvend: Günter Gaus
Journalisten im polnischen Untergrund: Verbotene Zeitungen im kommunistischen Polen
Mit beiden Augen: Heinz Knobloch
Der Meister des Politikerporträts: Jürgen Leinemann

Zu dieser Ausgabe
Abbildungsverzeichnis
Herausgeber
Autorinnen und Autoren

Die Herausgeber:
Michael Haller, geb. 1945, war viele Jahre als Journalist tätig, u. a. als Redakteur beim Spiegel und als Ressortleiter bei der Zeit, bevor er den Lehrstuhl für Journalistik an der Universität Leipzig übernahm. Er war Gründungsherausgeber der Zeitschrift Message und hat sich insbesondere mit der Funktion des Journalismus in demokratischen Gesellschaften befasst.

Walter Hömberg, geb. 1944, war Professor für Kommunikationswissenschaft und Journalistik an den Universitäten Bamberg und Eichstätt und lehrt seit zwei Jahrzehnten als Gastprofessor an der Universität Wien. Er hat zahlreiche Studien zur Geschichte und Gegenwart des Journalismus veröffentlicht und mehrere Buchreihen herausgegeben.

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