Knauer, Wolfram: »Play yourself, man!«

Die Geschichte des Jazz in Deutschland
Originalausgabe
Geb. mit Schutzumschlag, Lesebändchen. Format 16 x 24 cm
528 S. 60 Abb.
ISBN: 978-3-15-011227-4

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»Play yourself!« – »Spiel dich selbst!« So lautete die Standardantwort schwarzer Musiker auf die Frage, wie man ein guter Jazzer werden könne. In der Improvisation Persönlichkeit ausbilden und zeigen – das könnte auch das Motto für die Entwicklung des Jazz in Deutschland sein. Denn es gelang der deutschen Szene, die afro-amerikanische Musiktradition aufzunehmen und eine eigene Spielart zu finden.

Wolfram Knauer zeichnet diesen Weg von den Anfängen nach dem Ersten Weltkrieg bis heute nach. Er taucht ein in das Berlin der 1920er, zeigt die Zurückdrängung von Swing und Jazz durch den Nationalsozialismus ebenso wie den Aufbruch im Nachkriegs-Frankfurt und den musikalischen Austausch mit den GIs, er beleuchtet die Szene in der DDR und illustriert die Umtriebigkeit der heutigen Jazz-Community.
Knauers Buch basiert auf jahrzehntelanger Recherche und Leidenschaft – und es ist eine zum Standardwerk taugende Bestandsaufnahme des wohl vielfältigsten aller musikalischen Genres.

Alle Facetten des deutschen Jazz:
Vom Ballsaal Femina und dem Berlin der 1920er über Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Karl Walter und die Jazz-Szene der DDR bis zu Christof Thewes, Michael Wollny und Anna-Lena Schnabel.


Intro

1 – Spirituals im Kaiserreich
Eine amerikanische Armeekapelle in Europa | Kolonialismus, Exotismus und die Fisk Jubilee Singers | Völkerschauen | Erste afro-amerikanische Aufnahmen in Europa | Der Siegeszug des Jazz beginnt | Die Angst vor schwarzen Menschen | Jazz: Tanz oder Musik? | »Im Southern Syncopated Orchestra gibt es einen außerordentlichen Klarinettisten …«

2 – Das Jazz-Age in der Weimarer Republik
Berufsbild »Jazzmusiker«? | Malen nach Zahlen: Lernen von Noten | Die Anfänge der Schallplattenindustrie | Die Goldenen Zwanziger – das Jazz-Zeitalter | Wohin in Berlin? | Zwischen Charleston und Haller-Revue | Revue Nègre: »Sie spielen ohne Dirigenten« | »Damenkapellen« in der Weimarer Jazzrepublik | Man schreibt über Jazz | Paul Whiteman in Deutschland | Die erste Jazzklasse und das Musik-Echo | Jazz auf der klassischen Bühne | Der Tanz zum großen Crash

3 – Jazzdämmerung
Some of These Days | Der Hass wird lauter | Erste Maßnahmen gegen den Jazz | »Goody Goody« … | Kurze Weltoffenheit: Olympia | Was ist Jazz in Nazi-Deutschland? | Von »White Jazz« bis »Delphi Fox« | Jammin’ mit der Goldenen Sieben | Hofkonzert im Hinterhaus | Alternative Jugendkultur | Swing im Auftrag des Führers | »Die Trommel und ihr Rhythmus« | Die Ghetto Swingers: Jüdische Musiker in Deutschland und Jazz im KZ

4 – Die Stunde Null – Aufbruch und Neuorganisation
Die Bigband spielt weiter … | Musikalische Fraternisierung: Jazz in den amerikanischen GI-Clubs | Vom Leben als Kellerassel | »Der Schlüssel« zum Jazz | Berliner Bebop | Hamburger Dixie | Münchner Jump | Die Verteidigung des Jazz

5 – Learning by Doing
Bebop im Wohnzimmer | Die Deutschen All Stars | Hipp Jazz in Kollerland | A Night in Hannover | Salute to Lars Gullin | European Jazz Sounds | Der Rundfunk als Initiator | Die Rundfunk-Bigbands | Keine Geheimwissenschaft: Jazz an der Hochschule | Die Grundlagen der (west)deutschen Jazzszene sind gelegt

6 – Albert Mangelsdorff
Das Jazzensemble des Hessischen Rundfunks | »Animal Dance« | »Ab hier gilt’s« | Deutscher Jazz? – Der Griff zum Volkslied | CBS goes German Jazz | Die Plattenindustrie wird neugierig

7 – Der bundesdeutsche Jazz spielt sich frei
Heartplants | Jazzin’ the Black Forest | Eternal Rhythm in Woodstock | Swinging Oil Drops! | Zwischen Free Action und United Jazz + Rock | Passport zum Erfolg | A Machine Gun for Adolphe Sax | Globe Unity und European Echoes | FMP: The Revolution Needs to Be Documented | Die Folgen der Freiheit

8 – Jazz in der DDR I: Bis zum Mauerbau (1949–1961)
Mit der Volkspolizistin auf der Messe | DDR-Kulturpolitik im Wandel | Die Zone swingt, die Stasi nicht … | Zwischen Hoffnung und Enttäuschung | Geschlechtskrankheiten durch Jazz | »Fragen« an die Dresdner Tanzsinfoniker | Die Macht der Pappe | Besuch in West-Berlin | So klingt die DDR – auf Amiga | So klingt die DDR – im wirklichen Leben | Ermutigung und Abschottung

9 – Jazz in der DDR II: Neue Freiheit hinter Mauern (1961–1989)
Analysen und Aspekte | Blues-Gedanken | Das schönste Mädchen der Welt | Dresden am Mississippi | Die populäre Seite des Modern Jazz | Bach, Webern und Charlie Parker | Aus teutschen Landen | Zentralquartett mit rosa Krokodil | Woodstock am Karpfenteich meets Jazzwerkstatt

10 – Emanzipation erreicht: Was nun?
Der Rock’n’Roll-König | Jazz Meets the World | Schönheit, die ich meine | ECM : Drei Sekunden Stille | Jazz by Post: Neue Wege in Musikproduktion und -vertrieb | Berlin und andere Feste | Der Urschrei | Professor Jazz | Die Institutionalisierung der Jazzszene | Der »Posaunenweltmeister« | Die Frankfurter Schule | Anything goes in Köln | Die Bigband der Zukunft | Die Musik im Global Village | »Hanse- und Barberstadt« Hamburg | Bremer Stadtmusikanten | Musterländle, Bayern, Ruhrgebiet | Jazz auf der Insel | Zwischen den Welten | Ein bestelltes Haus …

11 – Auf ins 21. Jahrhundert
Die Mauer fällt | Das Spiel mit der Tradition | Ein Land schafft sich ab | Alte Strukturen – neue Strukturen | Von den Roots des aktuellen Jazz | Die Faszination des »Songs« | Die Faszination des Komplexen | Die Faszination des Sounds | Die Faszination des Virtuosen | Die Faszination des Internationalen | Jazz wird diverser, weiblicher, queerer

Mein Weg zum Jazz – ein persönliches Nachwort
Dank

Abbildungsnachweis
Anmerkungen
Hinweise zur Diskographie und Literatur
Bücher zum Jazz in Deutschland sowie für dieses Buch genutzte Quellen
Zeitschriften
Register

Wolfram Knauer, geb. 1958, ist seit dessen Gründung Direktor des Jazzinstituts Darmstadt. Er lehrte an mehreren Universitäten und war als erster Nichtamerikaner Louis Armstrong Professor of Jazz Studies an der Columbia University. Er ist Herausgeber der Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung und Mitherausgeber der internationalen Fachzeitschrift Jazz Perspectives.

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»Die Verbindungen zwischen Stil-Analysen der Musik mit der historischen Erzählung sind frappierend gut gelungen und fügen sich zu einer exemplarischen Kulturgeschichte und einem anregenden Lesestoff.«
(Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau, 30.10.2019)

»Nach hundert Jahren ist der Jazz aus dem kulturellen Leben der Bundesrepublik nicht mehr wegzudenken. Knauer macht das mit seinem kenntnisreichen und flüssig geschriebenen Buch, das das Zeug zum Standardwerk hat, unmissverständlich klar.«
(Christoph Wagner, Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2019)

»Eine rundum überzeugende Geschichte des Jazz in Deutschland […] des Lesens und des sich Merkens würdig«
(Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2019)

»Überreich an Wissen, akribisch genau und geschmackssicher, dabei stets begeistert und begeisternd.«
(Deutschlandfunk, Sendung »JazzFacts«, 03.10.2019)

»Umfassendste Bestandsaufnahme des Jazz in Deutschland, schlagend aktuell und absolut empfehlenswert«
(NDR Info, Sendung »Play Jazz!«, 01.10.2019)


Fr, 28.02.20

Lesung & Konzert


Freitag, 28. Februar 2020
20.00 Uhr: Jazzclub Tonne, Tzschirnerplatz 3–5, Dresden
Der VVK beginnt in Kürze...

Wolfram Knauer liest aus seinem Buch »Play yourself, man!« und bestreitet den Abend gemeinsam mit der Band ENDERS ROOM.

www.jazzclubtonne.de