Schnabel, Johann Gottfried: Insel Felsenburg

Schnabel, Johann Gottfried: Insel Felsenburg

Hrsg.: Meid, Volker; Springer-Strand, Ingeborg. 607 S.
ISBN: 978-3-15-008421-2

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Mit Ludwig Tiecks Vorrede zur Ausgabe von 1828

Johann Gottfried Schnabel, 7. 11. 1692 Sandersdorf bei Bitterfeld – zwischen 1750 und 1760.
Sch. stammte aus einem Pfarrhaus. Nach dem frühen Tod der Eltern (1694) wurde er wahrscheinlich von Verwandten aufgenommen. Von 1702 an besuchte er die Lateinschule in Halle. Möglicherweise erwarb er anschließend medizinische Kenntnisse bzw. erlernte das Barbierhandwerk. Während des Spanischen Erbfolgekriegs nahm er 1710–12 wahrscheinlich als Feldscher an den Feldzügen Prinz Eugens teil; von 1714 bis 1718 ist er als Feldscher in einem kursächsischen Regiment nachweisbar. Mit zwei anderen Barbiermeistern erhielt er 1719 das Privileg, eine Barbierinnung in Querfurt zu gründen. 1724 legte er den Bürgereid in Stolberg (Harz) ab, wirkte als schlecht bezahlter »Hofbalbier«, Kammerdiener und Hofagent der Grafen v. Stolberg und suchte durch die Herausgabe einer Zeitung und schriftstellerische Arbeiten seine finanzielle Lage zu verbessern. Eine Bittschrift von 1744 ist das letzte Stolberger Zeugnis; man nimmt an, dass Sch. Stolberg verlassen hat. 1750 erschien der letzte ihm sicher zuzuschreibende Roman. 1760 wird er als verstorben bezeichnet. Mit der ungemein erfolgreichen Insel Felsenburg, wie man sein vierbändiges Hauptwerk Wunderliche Fata einiger See-Fahrer kurz bezeichnet, beginnt der bürgerliche Roman der dt. Aufklärung: eine Verbindung von Robinsonade und Utopie, die in einem komplexen erzählerischen Verfahren der als bedrückend erfahrenen, moralisch bankrotten europäischen Gesellschaftsordnung ein auf Gottesfurcht, Vernunft und Tugend gegründetes utopisches Gemeinwesen gegenüberstellt. Viel gelesen wurde auch sein galanter Roman, bei dem erotisch-abenteuerliche und moralisierend-lehrhafte Sequenzen abwechseln.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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