Hochwälder, Fritz: Das heilige Experiment

Hochwälder, Fritz: Das heilige Experiment

Schauspiel in fünf Aufzügen. Nachw.: Rommel, Otto. 79 S.
ISBN: 978-3-15-008100-6

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Ein »Randereignis der Geschichte«, die Vernichtung des Indioreservates der Jesuiten in Paraguay durch die spanischen Kolonisatoren (1767), ist für Hochwälder Anlaß, in seinem Schauspiel die ewig aktuelle Frage nach dem Verhältnis von Recht und Macht zu stellen. Das »heilige Experiment«, die Errichtung eines sozial gerechten »Gottesstaates« auf Erden scheitert, weil er nicht in das politische Kalkül der Mächte paßt.

Fritz Hochwälder, 28. 5. 1911 Wien – 20.10. 1986 Zürich.
H. stammt aus einem jüdischen Elternhaus und erlernte wie sein Vater den Beruf eines Tapeziermeisters. Seit 1930 schrieb er Dramen und Hörspiele; 1938 emigrierte er in die Schweiz und lebte bis zu seinem Tod in Zürich. Seine Eltern wurden 1942 in einem Konzentrationslager in Polen ermordet. Nach dem Krieg wurden H.s Stücke, z.T. schon vorher entstanden, auf deutschsprachigen Bühnen häufig gespielt und der Autor vielfach ausgezeichnet. Es handelt sich um Ideendramen, die in modellhaften Situationen Fragen des ethischen Handelns diskutieren und überzeitliche Konflikte wie die zwischen Recht bzw. Gerechtigkeit und Macht austragen. Dies geschieht meist anhand von historischen oder literarisch vorgeprägten Stoffen; einige Stücke nehmen auch direkt Bezug auf den Nationalsozialismus. Am bekanntesten wurde das Drama um das von der Politik zum Scheitern gebrachte »heilige Experiment« des Jesuitenstaates in Paraguay (UA 1943). Formal sind diese Stücke am klassischen fünfaktigen Drama orientiert; erst im Spätwerk gibt es Versuche mit anderen Dramenformen, etwa in dem für die Salzburger Festspiele verfassten Mysterienspiel Donnerstag oder der Don-Juan-Version 1003.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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