le Fort, Gertrud von: Die Letzte am Schafott

le Fort, Gertrud von: Die Letzte am Schafott

Novelle
79 S.
ISBN: 978-3-15-007937-9

3,60 €

inkl. MWSt., ggf. zzgl. Versandkosten
Versandkostenfrei in D ab einem Bestellwert von EUR 25

Lieferung zwischen Samstag, 28.11.2020, und Dienstag, 01.12.2020. Aufgrund der aktuellen Situation kann es zu längeren Versandlaufzeiten kommen.

Informationen zu Bestellung, Vertragsschluss, Zahlung, Widerruf

Die berühmte Novelle von 1931 spielt in der Zeit der Französischen Revolution. Geschildert werden das Schicksal der Karmeliterinnen Blanche de La Force und Marie de L’Incarnation sowie die Hinrichtung von 16 Glaubensschwestern im Juli 1794. Die 1926 zum katholischen Glauben konvertierte Le Fort schildert reale Zeitgeschichte als Heilsgeschichte und rückt ihre Novelle damit in die Nähe zur Heiligenlegende.

Gertrud Freiin von Le Fort, 11. 10. 1876 Minden – 1. 11. 1971 Oberstdorf.
Die aus einer hugenottischen Offiziersfamilie stammende L. erhielt eine strenge Erziehung; nach dem Tod des Vaters reiste sie viel – v. a. nach Rom – und begann 1908 mit dem Studium der protestantischen Theologie und der Geschichte in Heidelberg; 1925 gab sie nach eigenen Vorlesungsnachschriften Die Glaubenslehre ihres Lehrers Ernst Troeltsch heraus. 1926 zog sie die Konsequenz aus ihrer mit jedem Romaufenthalt wachsenden Affinität zum Katholizismus. Ihre Konversion, auf die die Hymnen an die Kirche bereits zwei Jahre vorher verwiesen, verstand sie als Aufhebung der Kirchenspaltung. 1922–41 lebte sie in Baierbrunn bei München, danach meist in Oberstdorf. Der Großteil ihres Werkes entstand nach ihrem Übertritt zum Katholizismus, wenn sie auch bereits seit 1893 Gedichte in Zeitschriften veröffentlicht hatte. Ihr Hauptwerk, der zweiteilige Roman Das Schweißtuch der Veronika, erzählt mit autobiographischen Reminiszenzen die Geschichte einer jungen Deutschen, die widerstreitenden Einflüssen ausgesetzt ist, für die das christliche und das heidnische Rom und ihnen zugeordnete Personen stehen, wie etwa der eine heidnische Kunstreligion propagierende junge dt. Dichter Enzio (mit Zügen S. Georges). Dass sie am Schluss den heidnischen Enzio ohne den Segen der Kirche heiratet, fand nicht den Beifall der katholischen Kritiker, entsprach aber L.s Überzeugung, dass dem Unglauben nur durch Opferbereitschaft und Liebe – wesentliche Charakteristika ihres Frauenbilds – begegnet werden könne. Ihren größten Erfolg hatte sie mit der Novelle Die Letzte am Schafott, die den Opfertod von Karmeliterinnen während der Französischen Revolution zum Gegenstand hat (Dramatisierung von Georges Bernanos, Dialogues des Carmélites, 1948; Vertonung von Francis Poulenc, 1957).

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

Kunden interessierte auch