Bergengruen, Werner: Die Feuerprobe

Bergengruen, Werner: Die Feuerprobe

Novelle. Autobiograph. Nachw. 55 S.
ISBN: 978-3-15-007214-1

2,00 €

inkl. MWSt., ggf. zzgl. Versandkosten
Versandkostenfrei in D ab einem Bestellwert von EUR 25

Lieferung zwischen Donnerstag, 24.09.2020, und Samstag, 26.09.2020. Aufgrund der aktuellen Situation kann es zu längeren Versandlaufzeiten kommen.

Informationen zu Bestellung, Vertragsschluss, Zahlung, Widerruf

Mit einem autobiographischen Nachwort

Werner Bergengruen, 16. 9. 1892 Riga – 4. 9. 1964 Baden-Baden.
Der Sohn eines Arztes aus der dt. Oberschicht Rigas studierte bis zum Kriegsausbruch 1914 in Marburg, München und Berlin Germanistik, Jura, Geschichte und Theologie, zog dann als Freiwilliger in den Krieg und trat 1919 in die baltische Landwehr ein, die in seiner Heimat gegen die Rote Armee kämpfte. Danach arbeitete er als Journalist in Tilsit, Memel und Berlin; seit 1927 lebte er als Schriftsteller zunächst in Berlin, dann seit 1936 in Solln bei München und nach der Zerstörung seines Hauses 1942 in Tirol. 1936 war er zum Katholizismus übergetreten, ein Jahr später aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen worden. Nach dem Krieg wohnte er zunächst in Zürich, dann von 1958 an in Baden-Baden. B. blieb zeitlebens der Kultur und Landschaft des Baltikums verbunden. Sein Frühwerk zeigt in der Erzählweise, der Vorliebe für skurrile Charaktere und der Neigung zum Unheimlichen und Geheimnisvollen Einflüsse der Romantik (E. T. A. Hoffmann, Jean Paul). Sein späteres Werk umfasst eine Reihe von Romanen und eine große Zahl von Novellen, denen vielfach historische Stoffe zugrunde liegen. Die Novellen orientieren sich an klassischen Formmustern, konzentrieren sich auf eine ›unerhörte Begebenheit‹ und demonstrieren die Gewissheit der göttlichen Vorsehung und die Eingebundenheit des Menschen in eine höhere Ordnung. B.s bekanntestes Werk, der ›Kriminalroman‹ Der Großtyrann und das Gericht, thematisiert in einer Art metaphysisch begründeter Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich den Zusammenhang von Macht, Recht und Moral. B.s ablehnende Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus, die sich auch in seinen anonym in Abschriften kursierenden Gedichten zeigte (Der ewige Kaiser), gründet auf einem religiös motivierten Konservatismus. Konservativ waren auch seine künstlerischen Mittel. Der Titel seiner Gedichtsammlung von 1950, Die heile Welt, wurde – durchaus gegen die Intention der Texte – zum Schlagwort in einer auf Verdrängung der Vergangenheit tendierenden gesellschaftlichen Atmosphäre. Daneben schrieb B. Kinder- und Reisebücher und übersetzte Werke russ. Erzähler des 19. Jh.s.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

Kunden interessierte auch