Bräker, Ulrich: Lebensgeschichte und natürliche Ebenteuer des Armen Mannes im Tockenburg

Bräker, Ulrich: Lebensgeschichte und natürliche Ebenteuer des Armen Mannes im Tockenburg

Hrsg. u. Nachw.: Günther, Werner. 264 S.
ISBN: 978-3-15-002601-4

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Ulrich Bräker, 22. 12. 1735 Wattwil (Kanton St. Gallen) – beerdigt ebd. 11. 9. 1798.
B., Sohn eines armen Gebirgsbauern, wuchs ohne nennenswerte Schulbildung als Hirtenjunge auf, verdingte sich im Alter von 16 Jahren als Tagelöhner bei einem Bauern, wurde dann Salpetersieder und geriet im 20. Lebensjahr in die Hände eines Werbeoffiziers, der ihn dem preußischen König verkaufte. Mitten in der Schlacht von Lobositz (1. 10. 1756) zu Beginn des Siebenjährigen Krieges desertierte er und kehrte in die Schweiz zurück. Hier schlug er sich und seine Familie – seit 1761 war er eher unglücklich verheiratet – zunächst als Salpetersieder, dann als Garnhändler und später als Betreiber einer kleinen Baumwollmanufaktur durch. Aus den bedrückenden Erfahrungen des Alltags fand er den Weg zur Literatur; zu den eindrücklichsten Leseerfahrungen gehörten die Werke Shakespeares, die ihn zu dem unorthodoxen Kommentar Etwas über William Shakespeares Schauspiele (1780) inspirierten. In der Tradition pietistischer Selbstbeobachtung führte er ein Tagebuch (rund 4000 S.). Daraus entstand seit 1781 die für seine Kinder bestimmte Autobiographie, die mit ihrer inneren Wahrhaftigkeit, ihrer dialekt- und bibelnahen Sprache, der Lebendigkeit des Erzählens und der direkten Wiedergabe der Lebensverhältnisse der kleinen Leute ein bedeutendes literarischen Dokument darstellt. Versuche in großen literarischen Formen – Drama, Roman – glückten dem Autodidakten nicht.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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